RTP

Request-to-Pay-Anbieter PAYCY ist Lösung des Monats im Bankmagazin

Bettina Rose

Bettina Rose

Head of Business Development & CEO PAYCY

  • 14.01.2026
  • Lesezeit 4 Minuten
PAYCY Request to Pay
Key Takeaways
  • Das Bankmagazin kürte PAYCY zur Lösung des Monats November.

  • PAYCY ist die erste bankneutrale Plattform für Request to Pay in Europa.

  • Wir stellen die Funktionsweise und den Nutzen von Request to Pay vor.

SEPA Request to Pay ist seit 2021 ein offizielles Nachrichtenformat, das sich nun in der Branche durchsetzt. Bettina Rose erläutert, was es mit Request to Pay auf sich hat, wie es funktioniert und was das Bankmagazin von der Lösung von PAYCY überzeugt hat.

Was ist Request to Pay?

Request to Pay (RTP) ist ein Zahlungsschema, das es dem Rechnungssteller erlaubt, eine Zahlungsaufforderung direkt über das Bankkonto des Zahlungspflichtigen zuzustellen. Typischer Einsatzbereich sind Firmenkunden, die Rechnungen elektronisch versenden; RTP kann dabei die Rechnung selbst als Metadaten mitliefern und macht das Bankkonto zur zentralen Referenz (Single Point of Truth).

Für die Rechnungssteller fallen manuelle Prozesse und Portokosten weg, da neben der Rechnung an sich auch andere Anhänge direkt in das digitale Postfach des Rechnungsempfängers geliefert werden können und der gesamte Bezahlprozess digital (heißt: automatisierbar) abläuft. Anders als bei der Lastschrift ist bei der mit dem RTP verbundenen Überweisung keine Rückgabe möglich, die Zahlung ist sicher.

Wie funktioniert Request to Pay?

Ein Rechnungsaussteller übergibt die Rechnungsdaten an seine Bank, die diese Informationen in Form eines RTP‑Requests weiterleitet. Das System arbeitet typischerweise im sogenannten 4‑Corner‑Model: Rechnungssteller, Bank des Rechnungsstellers, Empfängerbank und der Endkunde bilden die vier Ecken.

Beim Empfänger wird die Zahlungsaufforderung in der Banking‑App, im Online‑Banking oder, bei Geschäftskunden, eingebettet in die ERP‑Umgebung angezeigt. Der Empfänger kann die Aufforderung sofort freigeben, ablehnen, für später vormerken oder – abhängig von den von der Bank angebotenen Optionen – alternative Zahlungsmodalitäten wählen. Wichtig ist, dass Request to Pay kein eigenes Clearing‑System ist: Die eigentliche Wertbewegung läuft über die bestehende Zahlungsinfrastruktur, wobei RTP häufig mit Instant Payments verknüpft wird.

Durch die Kombination von E‑Rechnung und RTP wird der bisherige Medienbruch zwischen Billing und Banking aufgehoben: Das Konto fungiert als Single Point of Truth, wodurch automatische Verbuchung und Reconciliation erleichtert und die Straight‑Through‑Processing‑Raten erhöht werden.

Wie können Banken Request to Pay nutzen?

Für Banken bedeutet RTP sowohl einen technischen als auch einen strategischen Handlungsrahmen. Technisch müssen Institute Schnittstellen bereitstellen und sich mit RTP‑Netzen oder, im einzigartigen Fall von PAYCY, mit einer  Brokerplattform verbinden, damit Requests in einem 1:n‑Szenario zuverlässig zugestellt werden können; Plattformen wie Paycy übernehmen hier oft die Rolle des „digitalen Postboten“, um Zustellbarkeit sicherzustellen.

Operativ geht es darum, RTP‑Funktionen in die Banking‑Apps und Firmenportale zu integrieren und für Firmenkunden nahtlose ERP‑Anbindungen zu ermöglichen, damit Rechnungsempfänger Zahlungsaufforderungen direkt im Geschäftsprozess verarbeiten und STP‑Abläufe erreichen können. Weiterhin bieten sich zahlreiche Produktoptionen: Banken können die Zahlungsaufforderung mit Zusatzdiensten koppeln – etwa Ratenzahlungen oder Buy‑Now‑Pay‑Later für Verbraucher sowie Supply‑Chain‑Financing, Factoring oder Discounting‑Lösungen für Firmenkunden.

Auch Compliance‑ und Risikoprozesse profitieren von der Verknüpfung von Rechnung und Zahlung, weil Validierungsschritte (z. B. zur Betrugsprävention oder Umsatzsteuerkontrolle) effizienter gestaltet werden können. Strategisch eröffnet RTP Banken die Chance, das Konto als zentralen Touchpoint für digitale Rechnungsprozesse zu stärken, die Kundenbindung zu erhöhen und neue Erlösquellen zu erschließen. Weil RTP auf dem SEPA‑Request‑to‑Pay‑Scheme (SRTP) und auf der Instant‑Payment‑Infrastruktur aufsetzt, können Banken zugleich europäische Standards unterstützen und die wirtschaftliche Verwertung ihrer Instant‑Payments‑Investitionen verbessern.

Welche Rolle übernimmt PAYCY?

Vor dem Hintergrund, dass Request to Pay auf einem 4‑Corner‑Model beruht und jede Bank jede andere erreichen können muss, nimmt PAYCY in der beschriebenen Wertschöpfungskette die Rolle des zentralen RtP‑Brokers ein.

Als „digitaler Postbote“ prüft die Plattform vor dem Versand, ob ein Empfänger ein Konto bei einer angeschlossenen Bank hat, und sorgt damit dafür, dass eine ausgehende Zahlungsaufforderung überhaupt zugestellt werden kann. Diese Zustellprüfung löst das klassische 1:n‑Problem: Ohne eine solche Vermittlungsfunktion müsste jede Bank jede andere einzeln adressieren, was den Aufbau eines flächendeckenden Netzes deutlich erschweren würde.

PAYCY trägt somit maßgeblich zur Erreichbarkeit und Robustheit des Gesamtsystems bei und erleichtert es Banken, RTP‑Services anzubieten, ohne sämtliche bilateral‑technischen Verbindungen selbst realisieren zu müssen. Praktisch wirkt sich das so aus, dass Banken durch die Anbindung an eine solche Brokerplattform schneller Reichweite gewinnen und Ausnahmen reduziert werden.

PAYCY ist damit ein zentraler Infrastrukturfaktor, der die praktische Zustellbarkeit von RTP‑Nachrichten sicherstellt und so den breiteren Markteintritt des Verfahrens unterstützt.

Verfasst von

Bettina Rose

Head of Business Development & CEO PAYCY

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