Governance-Struktur

Viele Verordnungen, eine Umsetzung: Der Regulatorik-Masterplan

Tim Glenewinkel

Tim Glenewinkel

Director

 Tobias Kohl PPI AG

Tobias Kohl

Partner

  • 10.02.2026
  • Lesezeit 3 Minuten
Komplexe Regulatorik
Key Takeaways
  • Eine Verordnung, ein Umsetzungsprojekt: Dieser Ansatz verschwendet Ressourcen.

  • Eine zentrale Governance-Struktur hebt Synergien und sichert Compliance.

  • Unser Discussion Paper zeigt die detaillierte Roadmap an einem praktischen Beispiel.

Regulatorische Anforderungen wie der EU AI Act oder DORA stellen Unternehmen vor große Herausforderungen. Doch wie können Sie sicherstellen, dass sie nicht in isolierten Projekten versinken, sondern nachhaltig und effizient umgesetzt werden?

Das Problem: Der Fallstrick der Einzelprojekte

Viele Unternehmen reagieren auf neue gesetzliche Vorgaben mit Ad-hoc-Projekten. Jede Verordnung wird separat betrachtet – sei es der EU AI Act, NIS2 oder DORA. Doch dieser Ansatz führt oft zu Parallelstrukturen und Doppelarbeiten. Langfristig resultiert daraus eine fragmentierte Compliance, die schwer zu pflegen ist.

Was besonders problematisch ist: Isolierte Projekte verursachen höhere Kosten, da ähnliche Themen immer wieder neu aufgesetzt werden. Gleichzeitig leidet die Agilität des Unternehmens – auf neue Regularien kann nicht schnell genug reagiert werden. Und ohne zentrale Steuerung besteht das Risiko von Lücken in der Compliance.

Der strategische Ansatz: Integration statt Isolation

Statt bei jeder neuen Verordnung ein neues Projekt zu starten, sollten Unternehmen eine zentrale Governance-Struktur aufbauen. Diese ermöglicht:

  • Eine klare Übersicht aller regulatorischen Anforderungen
  • Das Nutzen von Synergien zwischen verschiedenen Vorschriften (z. B. Risikomanagement für KI und NIS2)
  • Nachhaltige Compliance durch kontinuierliche Anpassungen

Wie lässt sich das in der Praxis umsetzen?

  1. Grundlagen schaffen
    Zunächst gilt es, eine zentrale Stakeholder-Gruppe zu etablieren – bestehend aus Compliance, IT, Legal und anderen relevanten Abteilungen. Klare Rollenverteilung und Verantwortlichkeiten sind dabei entscheidend.
  2. Priorisierung & Roadmap
    Alle relevanten Regularien sollten gemappt werden, um ihre Auswirkungen auf das Unternehmen zu verstehen. Besonders wichtig ist es, Synergien zwischen den verschiedenen Anforderungen zu identifizieren – denn oft gibt es Überschneidungen in den Anforderungen an Prozesse oder IT-Systeme.
  3. Langfristige Integration
    Automatisierung von Reporting-Prozessen (z. B. Meldungen an Aufsichtsbehörden) spart langfristig viel Zeit und minimiert Fehler. Gleichzeitig sollten Schulungskonzepte für Mitarbeiter entwickelt werden, um die Compliance nachhaltig zu verankern.

Ihr Handbuch zum strategischen Ansatz

In unserem Discussion Paper Integrierter Ansatz für die Umsetzung komplexer Regulatorik deklinieren wir die zentrale Governance am Beispiel des EU AI Acts durch: Welche anderen Regularien bieten Überschneidungen? Wie kann ein ganzheitlicher Ansatz für die gemeinsame, strukturierte Umsetzung dieser Regularien aussehen?

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Warum Strategie über Einzelprojekte siegt

Ein strategischer Ansatz ist nicht nur effizienter – er sichert auch die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Durch eine integrierte Governance können Sie:

  • Kosten sparen, da Redundanzen vermieden werden
  • Compliance langfristig sicherstellen, statt sie ständig neu aufbauen zu müssen
  • Schnelle Reaktionszeiten bei neuen Regularien ermöglichen

Regulatorische Anforderungen sind kein Störfaktor, sondern eine Chance, Prozesse nachhaltig zu optimieren. Wer früh in eine zentrale Governance investiert, hat langfristig die Nase vorn.

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