insureNXT

KI in Versicherungen: Impulse der insureNXT 2026

Marc-Christoph Dittmer

Marc-Christoph Dittmer

Manager

Marcel Möller

Marcel Möller

Senior Consultant

  • 26.05.2026
  • Lesezeit 4 Minuten
PPI auf der insureNXT 2026
Key Takeaways
  • Ein interessanter Austausch über wichtige Themen der Versicherer – praxisnahe Fragen zu modernem Dokumentenmanagement, Dunkelverarbeitung im Schadenprozess und schrittweiser Transformation bestehender Systemlandschaften standen im Fokus.

  • Weiterhin war das prägende Thema der produktive Einsatz von KI – insbesondere die Automatisierung von komplexen Prozessen unter den Aspekten Governance, Sicherheit und Compliance.

Die insureNXT in Köln zeigt wie in jedem Jahr deutlich, welche Themen Versicherer derzeit besonders beschäftigen: Wie lassen sich Dokumentenprozesse effizient und revisionssicher gestalten? Wie gelingt eine höhere Dunkelverarbeitung im Schaden – und welche Möglichkeiten bietet dabei der Einsatz von KI, um dabei produktiv zu unterstützen?

KI in der Versicherungswelt

Die Vielzahl an Vorträgen in den unterschiedlichsten Formaten machte schnell deutlich: KI war eines der prägenden Themen der diesjährigen insureNXT in Köln. Die Beiträge zeigten, wie stark sich die Versicherungsbranche unter dem Einfluss von KI bereits weiterentwickelt hat – und welches Potenzial weiterhin vorhanden ist. Neben konkreten Erfolgsgeschichten konnten u. a. Fragen zur Automatisierung von Prozessen in verschiedensten Anwendungsfällen verfolgt werden. Besonders im Blick standen dabei Fragen zur Bereitstellung von KI-Lösungen unter Berücksichtigung von Governance und regulatorischen Anforderungen sowie der Integration in bestehende IT- und Fachprozesse.

Interessante Themen/Herausforderungen aus den Gesprächen:

  • DSGVO-konforme KI-Implementierung
  • Cloud- vs. On-Premise-Lösungen
  • Identifizierung von Use-Cases im Unternehmen

Dokumentenmanagement als Basis für digitale Versicherungsprozesse

Viele Gespräche vor Ort haben mit einem vertrauten Problem begonnen: Unterschiedliche Dokumente sind in unterschiedlichen Systemen abgelegt, schlecht durchsuchbar oder nur begrenzt in Prozesse eingebunden. Gerade in der Schadenbearbeitung führt das zu manuellen Tätigkeiten, Medienbrüchen und langen Durchlaufzeiten.

Die Versicherer interessierten sich vorwiegend für:

  • eine zentrale, revisionssichere Ablage mit klaren Rollen- und Berechtigungskonzepten,
  • automatisierte Erkennung und Zuordnung eingehender Dokumente,
  • sowie die nahtlose Integration in Bestands-, Schaden- und CRM-Systeme.

Im Austausch wurde schnell deutlich: Dokumentenmanagement ist kein isoliertes IT-Projekt, sondern ein zentraler Baustein der digitalen Transformation. Es ist wichtig, ein fachlich tragfähiges Zielbild zu definieren, passende Lösungen auszuwählen und sie in bestehende Landschaften zu integrieren – inklusive Governance, Compliance und Change-Aspekten. Mit unserem Experten Nico Greiner konnte das Thema zudem in mehreren Vortragsformaten weiterverfolgt werden.

Mehr Dunkelverarbeitung im Schadensprozess: Cloud, On-Premises oder Hybrid?

Auch die Dunkelverarbeitung im Schadensprozess war ein zentrales Thema. Versicherer möchten Standardfälle automatisiert bearbeiten, Bearbeitungszeiten verkürzen und Prozesse beschleunigen, um Kapazitäten für komplexe Vorgänge zu schaffen. Dabei stellte sich oft eine zentrale Frage: Welches Architekturmodell ist dafür geeignet – Cloud, On-Premises oder ein hybrider Ansatz?

Typische Fragen unserer Gesprächspartnerinnen und ‑partner waren:

  • Welche Schadenarten eignen sich für eine durchgängige Dunkelverarbeitung?
  • Wie lassen sich Regelwerke und KI-Komponenten so integrieren, dass automatisierte Entscheidungen transparent, nachvollziehbar und kontrollierbar bleiben?
  • Welche Lösungskomponenten profitieren von der Cloud – und welche sollten aus Gründen des Datenschutzes, der Datensouveränität oder interner Vorgaben in der eigenen Infrastruktur verbleiben?

In vielen Fällen hat sich ein hybrider Ansatz als geeignete Option herausgestellt: Kernsysteme bleiben On-Prem, während spezielle Services – etwa für Dokumentenklassifikation, Bilderkennung oder Textanalyse – aus der Cloud bezogen werden.

Die Gespräche auf der insureNXT haben gezeigt, wie groß der Bedarf an praxisnahen Lösungen für Dokumentenmanagement, Dunkelverarbeitung und Cloud-Strategien ist. Entscheidend ist, Transformation ganzheitlich zu denken – von der Fachlichkeit über die Technik bis zur Organisation.“

Transformation als gemeinsamer Weg von Fachbereich, IT und Partnern

Über die technischen Fragen hinaus standen auf der insureNXT auch organisatorische Aspekte im Fokus. Viele Versicherer berichteten von laufenden Transformationsprogrammen, in denen Fachbereiche, IT und externe Partner enger zusammenarbeiten müssen als je zuvor.

In den Gesprächen mit unserem großen PPI-Team am Stand kristallisierten sich einige Erfolgsfaktoren heraus:

  • ein gemeinsames Zielbild, das sowohl fachliche als auch technische Perspektiven berücksichtigt,
  • ein iteratives Vorgehensmodell mit klar definierten Etappen und messbaren Ergebnissen,
  • sowie ein strukturiertes Change-Management, das die Mitarbeitenden frühzeitig einbindet.

Auch abseits des Messestands stand der persönliche Austausch im Mittelpunkt. Bei der Abendveranstaltung auf den Rheinterrassen bot sich die Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen und Gespräche über aktuelle Entwicklungen, Trends und Herausforderungen in der Versicherungswelt zu vertiefen.

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